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RDKS Sensoren (neu) anlernen

by Peter Walter

Jeden Herbst und jedes Frühjahr das gleiche Spiel: die Sommer- bzw. Winterreifen müssen gewechselt werden. Früher musstet ihr hier „nur“ darauf achten, dass eure Reifen unbeschädigt sind und noch ausreichend Profil haben bzw. bei Neuanschaffung auch auf euer Auto passen. Heutzutage stellt sich – zumindest bei neueren Autos – noch eine weitere Frage:


Wie kann ich das RDKS nach dem Reifenwechsel wieder an mein Auto anlernen? Was ist zu beachten und brauche ich dazu zusätzliches Werkzeug?


Bevor wir gleich tiefer in die Materie einsteigen und wir euch ein paar Infos zum Anlernprozess an die Hand geben, möchten wir vorab nochmal die wichtigsten Grundlagen zum Thema RDKS ins Gedächtnis rufen. Wer sich hier bereits auskennt, kann den Abschnitt selbstverständlich überspringen.

Was ist ein RDKS?

RDKS ist die Abkürzung für Reifendruckkontrollsystem. (Manchmal taucht auch der Begriff TPMS auf. Das ist das gleiche, nur in Englisch: Tire bzw. Tyre Pressure Monitoring System).
Die Aufgabe eines solchen Systems steckt schon im Namen: es kontrolliert den Luftdruck im Autoreifen und gibt die Werte als Info ans Autocockpit weiter bzw. schlägt Alarm, wenn der Reifendruck zu gering wird. So sollen Unfälle aufgrund von einem fehlerhaften Reifendruck vermieden werden. Wenn die Autoreifen mit dem richtigen Druck aufgepumpt sind, spart das zudem Sprit und verringert unnötigen Reifenverschleiß. Außerdem müsst ihr nicht mehr so oft manuell nachkontrollieren. Es wird zwischen direkt und indirekt messenden Systemen unterschieden.

Ist ein RDKS Pflicht?

Ein RDK-System ist seit dem 01. November 2014 bei allen neu zugelassenen PKW (auch in SUVs und Wohnmobilen) Pflicht und wird seitdem serienmäßig von den Herstellern verbaut. Bei älteren Fahrzeugen ist das Nachrüsten allerdings freiwillig und nicht erforderlich!

Was ist der Unterschied zwischen einem direkten (aktiven) und indirekten (passiven) RDKS?

Direkte oder aktive RDKS arbeiten mit einem Drucksensor, der innen am Rad-Ventil oder an der Felge sitzt. Dieser Sensor misst den Innendruck sowie die Lufttemperatur der Reifen und überträgt die Messdaten an euer Display, sodass ihr diese Werte dort jederzeit bequem ablesen könnt. Die Anzeigenkonzepte fürs aktive RDKS variieren zwar je nach Auto, dennoch sorgen sie alle dafür, dass schleichende oder auch plötzliche Druckverluste an allen Reifen schnell ablesbar sind.
Indirekte bzw. passive RDKS verfügen über keinen Drucksensor im Rad, sondern schließen aus der steigenden Drehzahl der Räder auf einen Druckverlust – beispielsweise unter Zuhilfenahme des ABS-Sensors – und warnen dann den Fahrer. Der Nachteil dieser Methode: da das passive RDKS nur auf dem Vergleich der Raddrehzahlen untereinander basiert, bleibt ein gleichzeitiger Druckverlust in allen Reifen oft unerkannt. Auch sagt das passive RDKS nichts über die exakte Höhe des Druckverlusts aus, sondern nur, dass ein Druckverlust vorliegt. Aktive RDKS sind teurer (weil sie extra Steuergeräte und Sensormodule benötigen), messen dafür aber auch genauer als passive RDKS.

Wie kann ich das RDKS an meinen Bordcomputer anlernen?

Die schlechte Nachricht: das Anlernen der RDKS Sensoren funktioniert je nach Fahrzeug und verbautem System unterschiedlich. Die gute Nachricht:
Auf apadio.de findet ihr daher eine umfangreiche Tabelle, die nicht nur Aufschluss darüber gibt, welche RDKS Sensoren typischerweise in welchem Modell verbaut sind, sondern euch in einem PDF auch genau erklärt, wie das Anlernverfahren funktioniert. Die Tabelle enthält bereits mehr als 600 Fahrzeuge und wird ständig von uns erweitert.

Zur Übersicht

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Anlernprozesse für Reifendruckkontrollsysteme:

  • Selbstanlernen am Autos während der Fahrt
  • Manuelles Anlernen über das Fahrzeugmenü
  • Anlernen über die Schnittstelle für On Board Diagnose und ein zusätzliches RDKS-Diagnosegerät

Beim Selbstanlernen (z.B. oft bei Volkwagen, Mercedes, Hyundai oder Mazda) erkennt euer Auto den Sensor während der Fahrt automatisch und die Warnleuchte erlischt. Üblich ist eine 10 bis 20-minütige Fahrt mit mindestens 20 km/h; genaueres dazu steht in eurem Handbuch oder in der APADIO Anleitung.

Beim manuellen Anlernen (z.B. oft bei BMW, Audi, Porsche) müsst ihr den Prozess über euren Bordcomputer anstoßen. Meist gibt es dazu einen eigenen Menüpunkt. Wie genau steht im Handbuch oder in der APADIO Anleitung.

Beim Anlernen über ein Diagnose- bzw. Progammier-Werkzeug müssen die Sensoren des RDKS mit Hilfe der OBD Schnittstelle (On Board Diagnose) und einem zusätzlichen Gerät verbunden werden. Dieser Anlernprozess ist auch keine Hexerei und in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt, nur ist dazu eben ein extra Gerät notwendig.

Fazit: Im besten Fall passiert die „Koppelung“ also automatisch und euer Auto erkennt die neuen RDKS Sensoren von selbst und ihr müsst gar nichts machen. Im „schlimmsten Fall“ müsst ihr das Anlernen in einer Werkstatt erledigen lassen.

Ich muss mein RDKS neu befestigen: welche Anzugsmomente muss ich beachten?

Inzwischen gibt es mehrere Installationsverfahren, wie ein RDKS im Reifen angebracht wird. Handelt es sich um ein RDKS, das am Ventil befestigt wird, ist es sehr wichtig, dass die Sensoren mit dem richtigen Anzugsmoment festgeschraubt werden.
Auf apadio.de findet ihr zu den führenden RDKS Sensoren von Alligator, Huf, Schrader und VDO die dazugehörigen Anzugsmomente für die Ventilmutter, die Torxschraube und den Ventil-Einsatz!

Bitte beachtet:

Bei all unseren Tipps und Anleitungen gilt: Bei konkreten Fragen steht euch das APADIO Team gerne zur Seite. Aber bitte überschätzt nicht eure Fähigkeiten und sucht im Zweifel lieber eine Werkstatt auf.

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