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Design für Eis & Schnee. Welche (Alu-)Felgen sind für den Winter geeignet?

by Thomas Buchert

In unserem letzten Eintrag haben wir uns bereits ausgiebig mit dem Thema Reifen und den Vor- und Nachteilen von Ganzjahresreifen beschäftigt. Aber auch bei den Felgen gibt es – vor allem in der nasskalten Jahreszeit – ein paar Fragen zu klären:

Welche Felgen sind eigentlich geeignet für den Winter? Gibt es hier Unterschiede? Welche Radschrauben passen? Darf man Radbolzen einfetten? Warum ist das korrekte Anzugsmoment so wichtig? Und was gibt es bei der Felgenpflege zu beachten? Wir teilen unser Expertenwissen gerne mit euch.

Was sind Winterfelgen? Sind Alufelgen im Winter gefährlich?

„Winterfelgen“ gibt es streng genommen eigentlich gar nicht, da man jede Felge auch im Winter fahren darf. Aber es gibt sehr wohl Felgen, die durch ihre Beschaffenheit und Oberflächenbehandlung für den Einsatz im Winter deutlich besser oder sinnvoller sind. Inzwischen gibt es sogar Alufelgen, die den winterlichen Straßenverhältnissen trotzen.

Aber Achtung: achtet beim Kauf auf jeden Fall darauf, dass solche Alufelgen entsprechend beschichtet und explizit für den Einsatz im Winter deklariert sind. Denn Leichtmetallfelgen, die nicht für den Winter vorgesehen sind, können am Felgenhorn oxidieren. Das ist deswegen ein Problem, weil solche Schadstellen oft gar nicht sichtbar sind, solange der Reifen auf der Felge aufgezogen ist.

Viele entscheiden sich im Winter aber immer noch für Stahlfelgen statt Alufelgen. Stahlfelgen sind robuster und verzeihen mehr, aber optisch ganz klar im Nachteil. Mit den vielen Designvarianten können sie schlichtweg nicht mithalten. Winterfeste Alufelgen sind in der Regel auch nicht teurer als normale Alufelgen – und der preisliche Unterschied zu Stahlfelgen mit Radkappen oft gar nicht so groß, wie man denkt.

Ist eine polierte oder lackierte Felge im Winter besser?

Diese Frage können wir klar beantworten: polierte Felgen sind nicht immer für den Einsatz im Winter geeignet. Alle lackierten Felgen sind besser.

Der Grund: polierte Felgen sind nur mit einer einfachen Klarlackschicht überzogen. Im Sommer reicht diese Schutzschicht locker aus, aber im Winter – wenn Feuchtigkeit, Salz und Rollsplit die Oberfläche angreifen – bietet diese Schicht nicht den nötigen Schutz. Eine winzige Beschädigung der Lackschicht, etwa durch kleinste Steinschläge, genügt schon und Nässe und aggressives Streusalz beginnen die Lackschicht anzufressen. Die Felge fängt zu „blühen“ an. Im Gegensatz zu Pflanzen ist das aber kein schöner Anblick.

Die Lackschicht von „richtig“ lackierten Felgen ist hier wesentlich widerstandsfähiger.

Sollten Felgen vor dem Einlagern gewaschen und gewachst werden?

Ja, definitiv! Und das gilt für die Sommerfelgen genauso wie für die Winterfelgen. So beugt ihr Oxidation/Korrosion vor und könnt zur nächsten Saison gut gepflegte Kompletträder an euer Auto montieren. Und noch ein Pluspunkt: wer seine Felgen gründlich reinigt, dem fallen auch Schäden an der Felge und dem Reifen ins Auge!

Bitte passt auf, dass ihr für die Säuberung keine zu scharfen Reinigungsmittel verwendet. Greift am besten auf eine sanfte Seifenlauge oder auf Felgenreiniger zurück. Diese sind säurefrei und lösen trotzdem hartnäckigen Schmutz, wie Bremsabrieb. Solche Felgenreiniger führen wir selbstverständlich auch in unserem Shop.

Vorsicht ist auch bei Hochdruckreinigern geboten! Hier gilt: Finger weg von Rundstrahldüsen. Den Hochdruckreiniger auf einen breiten Strahl stellen (Flachstrahldüsen) und mit genug Abstand (> 20 cm) im spitzen Winkel arbeiten. Hat eure Felgen schon kleinere Schäden? Dann lieber komplett auf den Hochdruckreiniger verzichten. Es besteht die Gefahr, dass der Lack sonst großflächig abgestrahlt wird – ein Schaden, der dann nicht mehr zu retten ist.

Wer seinen Felgen noch zusätzlich etwas Gutes tun will, kann sie nach dem Saubermachen noch einwachsen. Das Wachs wirkt wie eine zusätzliche Schutzschicht

Wie und wo ihr die Räder nach dem Reinigen richtig einlagert, haben wir bereits in diesem Blogeintrag beschrieben.

Kann ich für meine Sommer- und Winterreifen dieselben Felgen benutzen oder schadet das permanente Ummontieren der Felge bzw. dem Reifen?

Prinzipiell könntet ihr euch natürlich nur die Reifen für Winter und Sommer kaufen und diese bei jedem Wechsel auf die bereits vorhandenen Felgen montieren lassen. Klar, ein eigener Satz Sommerkompletträder und nochmal vier Winterkompletträder sind auf den ersten Blick kostspieliger, als sich einen Satz Felgen für die Sommer- und Winterreifen zu teilen.

Aber wir wurden schon öfter gefragt: schadet es eigentlich den Reifen bzw. den Felgen, wenn man sie öfter auf- und abzieht? Tatsächlich raten wir davon ab.

Nicht nur, dass auch das Ab- und neu Aufziehen jedes Mal mit Kosten verbunden ist, die sich auf Dauer summieren, auch die Reifen und die Felgen werden jedes Mal in Mitleidenschaft gezogen. Es besteht immer das Risiko einer Beschädigung. Dann ist die ursprüngliche Ersparnis schnell dahin.

Entscheidet ihr euch für separate Räder für Sommer und Winter könnt ihr auch Felgen wählen, die speziell für die Anforderungen (Nässe, Streusalz, Split) im Winter geeignet und gegen Korrosion und Kratzer besser gewappnet sind.

Gibt es Unterschiede bei den Radschrauben?

Radschraube ist nicht gleich Radschraube. Für Alufelgen müsst ihr beispielsweise andere Radbolzen hernehmen, als bei Stahlfelgen. Radbolzen unterscheiden sich beim Schraubenbund, bei der Schaftlänge, beim Durchmesser des Gewindes und der Gewindesteigung. Wenn ihr die falschen Schrauben verwendet, könnt ihr damit nicht nur die Felge beschädigen – das kann auch gefährlich Folgen haben, denn die Räder können abfallen.

Man unterscheidet drei Typen von Radschrauben:

  • kegelförmige Radbolzen (Kegelbund-Radschraube)
  • runde Radbolzen (Kugelbund-Radschraube)
  • platte Radbolzen (Flachbund-Radschraube)

Sollten Radschrauben eingefettet werden oder nicht?

Ein klares Nein. Radschrauben dürft ihr auf keinen Fall einfetten oder einölen. Das würde das Drehmoment verfälschen und ist daher ein Sicherheitsrisiko.

Eure Radschrauben müssen frei von Korrosion, Schmutz und Fett sein und müssen gegebenenfalls gereinigt werden. Wir empfehlen, das Gewinde der Radschrauben mit einer Stahlbürste zu säubern und den Rost abzubürsten. Wenn auch da nix mehr geht, ist es Zeit für einen neuen Satz Schrauben.

Wie hoch ist das richtige Anzugsdrehmoment?

Es ist absolut wichtig, dass ihr die Radschrauben beim Reifenwechsel mit dem richtigen Drehmoment anzieht. Die vorgeschriebenen Drehmomente für eure Räder könnt ihr der Bedienungsanleitung bzw. den Herstellerunterlagen nachlesen. Der Wert wir in der Einheit Newtonmeter (Abkürzung Nm) angegeben. Wir haben für euch außerdem eine Übersicht erstellt. Diese könnt ihr euch auch als PDF herunterladen oder die betreffende Seite ausdrucken.

Anzugsmomente als Tabelle

Häufiger Fehler beim Räderwechsel ist tatsächlich nicht, dass Reifen zu locker montiert werden (und so die Gefahr besteht, dass sich im Extremfall das Rad löst), sondern zu fest angezogen werden! Dadurch können die Schrauben abreißen oder die Befestigungslöcher der Felgen beschädigt werden.

Ihr solltet aus diesem Grund also auf jeden Fall unbedingt einen Drehmomentschlüssel benutzen, um das richtige Anzugsmoment einzuhalten.

Wie stelle ich den Drehmomentschlüssel richtig ein?

Wie ihr den Drehmomentschlüssel richtig einstellt, hängt vom jeweiligen Modell ab, aber die meisten arbeiten nach demselben Prinzip.

Am Griff bzw. am Schaft befindet sich die Skala. Dort könnt ihr ablesen, auf welchen Wert der Drehmomentschlüssel im Moment eingestellt ist. Wenn ihr das Drehmoment ändern bzw. neu einstellen wollt, müsst ihr erst die Arretierung lösen. Oft ist dazu eine Schiebemuffe angebracht. Durch Drehen des Griffs kann danach der Wert angepasst werden.

In der Regel wird der Griff im ersten Schritt an den Näherungswert (die Skala zeigt meist nur Nm-Werte in 10er-Schritten) gedreht und dann folgt die Feinjustierung. Bei einem gewünschten Wert von 124 Nm also erst den Griff so drehen, dass er am waagrechten Strich für 120 Nm steht und dann mit den Ziffern auf dem Griff und dem senkrechten Strich der Skala feinjustierten. (Noch einfacher geht‘s bei neueren oder etwas teureren Drehmomentschlüssel, bei denen ihr nur solange drehen müsst, bis der Wert in deinem Display erscheint.) Schließlich die Verriegelung wieder festmachen, damit sich der eingestellte Nm-Wert nicht mehr verändern kann.

Wichtig ist übrigens auch die Reihenfolge. Als Faustregel: erst alle Schrauben locker mit der Hand eindrehen und dann immer überkreuz festziehen. Der Drehmomentschlüssel signalisiert durch ein Knacken, dass der am Schlüssel eingestellte Wert erreicht wurde.

Ganz wichtig: wenn ihr mit dem Reifenwechsel fertig seid, den Drehmomentschlüssel unebdingt wieder entspannen, also den Griff ganz nach außen drehen. Macht ihr das nicht und bleibt die Feder über einen längeren Zeitraum gespannt und verliert sie an Spannkraft. Und wenn die Federkraft nicht mehr ihre ursprüngliche Stärke hat, stimmt auch die Skala am Griff nicht mehr. Ihr könnt den Drehmomentschlüssel nicht mehr richtig einstellen und ihr befestigt eure Räder dann mit einem falschen Anzugsmoment.

Nach wie vielen Kilometern sollten Radschrauben nachgezogen werden?

Radschrauben brauchen nach dem ersten Festziehen etwas Zeit, um sich zu „setzen”. Zieht daher die Radbolzen nach ca. 50–100 Kilometern nochmals nach – anhand der im ABE oder TÜV-Gutachten angegebenen Anzugsmomente.

Bitte beachtet:

Bei all unseren Tipps und Anleitungen gilt: Bei konkreten Fragen steht euch das APADIO Team gerne zur Seite. Aber bitte überschätzt nicht eure Fähigkeiten und sucht im Zweifel lieber eine Werkstatt auf.

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